Letzte Aktualisierung: 02.03.2008

Titelbild

Beschreibung Aussehen Bewegung Kauf

Beschreibung

Der Name der Mimose (Mimose Pudica) kommt von "mimisch", da sie ihre Blätter bewegen kann, und von "schüchtern, zurückziehend", was auf lateinisch "pudica" heißt. Die Mimose fasziniert die Menschen schon seit sehr langer Zeit. Bereits vor über 2000 Jahren wurden Pflanzen beschrieben, die auf Berührung mit Bewegung reagierten. Bis zum 19. Jahrhundert wurde vermutet, die Mimose besitze Muskeln und Nerven wie Tiere. Erst zu dieser Zeit wurden genauere Untersuchungen angestellt, bei denen das Phänomen des Druckabfalls in der Pflanze entdeckt wurde.
Die Mimose gehört zur Familie der Schmetterlingsblüher (Leguminosae) und stammt ursprünglich aus dem tropischen Teil von Südamerika. Eigentlich ist sie eine mehrjährige Pflanze, sie wird aber als Zimmerpflanze oft als einjährig gehalten. Als Zimmerpflanze ist sie vor allem deshalb beliebt, da sie auf äußere Reize, wie z.B. Berührung, mit dem Zusammenklappen der Blätter reagiert. Das Zusammenklappen geschieht sehr schnell, ist aber abhängig von der Stärke des Reizes. Zum Wiederaufrichten der paarweise angeordneten Fiederblätter braucht die Mimose ungefähr 20-30 Minuten. In manchen Fällen klappen nicht nur die Blätter zusammen sondern der gesamte Zweig klappt nach unten weg. Für das Zusammenklappen der Blätter sind keine starken Reize nötig, bereits starker Wind kann diese Reaktion ausgelösen. Nicht die gesamte Pflanze reagiert auf einen Reiz, nur die Gegend, in der der Reiz aufgetreten ist, reagiert mit Zusammenklappen. Aufgrund dieses Verhaltens hat die Mimose verschiedene Spitznamen wie "Berühr-mich-nicht" erhalten. Die Mimose nimmt auch nachts die Stellung mit den eingeklappten Blättern ein, sie hat also einen Wach- und Schlafzyklus.

Alle Teile der Mimose sind mehr oder weniger giftig, man sollte sie daher nicht verzehren.
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Aussehen

Die Mimose bildet lange Stiele mit eher wenig Blättern, sie kann eine Höhe von bis zu 0,5 Meter erreichen. Die Zweige der Mimose besitzen kleine Dornen. Die Blüten der Mimose sind kugelförmig mit einem festen Kern und mehreren davon abgehenden Härchen. Man kann sie am ehesten mit einer Pusteblume vergleichen. Der Kern hat eine gelbe Farbe, die Härchen sind dagegen lila. Die Mimose blüht nur sehr kurz, nach einem tag ist eine Blüte bereits wieder verblüht. Da jedoch sehr schnell neue Blüten aufgehen, hat man in der Blütephase fast jeden Tag eine oder mehrere schöne Blüten an der Pflanze. Am Abend bevor sich eine Blüte öffnet, kann man bereits eine Verfärbung der bis dahin grünen Knospe feststellen. Im Laufe der Nacht bilden sich dann die Härchen aus und am nächsten Morgen blüht die Knospe dann.

Blätter
Blätter
Bluete
Blüte
Knospe
Knospe
Bei guter Pflege können Mimosen sehr groß werden, die hier gezeigte Mimose hat derzeit eine Höhe von 2,75m.

Mimose

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Bewegung

Die Beweglichkeit der Mimosen hängt mit dem sogenannten "Turgordruck" zusammen. Unter Turgordruck versteht man den Druck auf die Zellwand, der durch aus der Umgebung angesaugtes Wasser verursacht wird. Eine wichtige Eigenschaft von Turgorbewegungen ist, dass sie reversibel sind. Durch Veränderungen im Turgordruck, die durch äußere Reize wie Berührung ausgelöst werden, ist die Pflanze in der Lage die Bewegungen auszuführen. Wie dies abläuft, ist bis heute jedoch noch nicht im Detail erforscht worden. Man weiß aber, dass es nach einem Reiz zu einer Veränderung der Permeabilität der Zellwand in bestimmten Zellen kommt, was im Zusammenhang mit einer erhöhten Biegsamkeit der Zellwände und einer Verringerung des Turgordrucks der Pflanze die Bewegung ermöglicht. Hat ein Teil der Pflanze einen Reiz empfangen, kann dieser an benachbarte Teile weitergeleitet werden. Dies geschieht vermutlich über Änderungen des elektrischen Potentials und eventuell auch über einen noch nicht identifizierten chemischen Transmitter. Zur Begründung der Beweglichkeit der Mimose gibt es verschiedene Erklärungen. Durch das Zusammenklappen der Blätter wird die Wärme- und Wasserabgabe der Pflanze reduziert, was in Stresszeiten von Vorteil sein kann. Die zusammengeklappten Blätter wirken außerdem auf Fressfeinde weniger attraktiv als die vollständig ausgebreiteten Blätter.
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Details zur Bewegung

Für den folgenden Text sollten gewisse biologische Vorkenntnisse vorhanden sein.

Beim Berühren einer Mimose klappen die Blätter zusammen. Dieses Zusammenklappen beginnt an der Berührungsstelle und setzt sich dann entlang des Blattes fort. Die einzelnen Gelenke klappen nach und nach ein. Bei der Reaktion sind zwei Punkte wichtig: sie verläuft nach der Alles-oder-Nichts-Regel und sie ist reversibel. Aus diesen Beobachtungen ergibt sich die Notwendigkeit einer Erregungsweiterleitung im Blatt. Bei Eukaryoten kennt man das Prinzip der Reizweiterleitung gut, es beruht dort auf Depolarisierungen der Axone, wodurch eine schnelle und gerichtete Weiterleitung ermöglicht wird. Bei der Mimose gibt es Anhaltspunkte, dass auch hier eine Reizweiterleitung durch Membrandepolarisierungen stattfindet.
Das sogenannte Membranpotential entsteht dadurch, dass aufgrund der Semipermeabilität der Membran sich an der Außen- und Innenseite der Membran Ionen verschiedener Ladungen anordnen. Dadurch entsteht ein Potential zwischen der Innen- und der Außenseite. Kommt es zu einem Reiz, so wird die Membran kurzfristig durchlässiger für bestimmte Ionen. Das Potential bricht zusammen. Danach folgt eine Erhöhung des Potentials durch Kationenausstrom (Aktionspotential). Die Depolarisation setzt sich entlang der Membran fort. Nach dem Aktionspotential wird erneut das Ruhepotential aufgebaut und der Membranabschnitt ist wieder bereit Signale weiterzuleiten. Bis das Ruhepotential erreicht ist, spricht man von der Refraktärphase. In dieser Phase kann ein Reiz nicht weitergeleitet werden, da das Ruhepotential noch nicht wieder aufgebaut wurde. Dies stellt die lineare Ausbreitung eines Reizes sicher. Würde es keine Refraktärphase geben, so würde sich das Signal in verschiedene Richtungen ausbreiten.
Die Reizauslösung bei Mimosen kann man außer durch Berührung auch durch einen elektrischen Reiz durchführen. Dies ist ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Reizweiterleitung elektrisch erfolgt. Es konnte aber auch ein chemischer Stoff isoliert werden, der durch einen Transpirationsstrom verbreitet wird und auch die Gelenke erreicht. Die chemische Reizweiterleitung ist von Vorteil, wenn elektrische Wiedrstände auftreten, z.B. in Gelenken. Die elektrische Reizweiterleitung dagegen ist deutlich schneller als die chemische.
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Kauf

Im Handel bekommt man meistens nur Samen, keine Pflanzen. Ich vermute der Grund dafür ist die Empfindlichkeit der Mimosen, die wohl die meiste Zeit zusammengeklappt wären. Manchmal hat man aber doch Glück und muss die Pflanzen nicht erst aussäen. Wer auf der Suche nach Mimosen ist, wirft am besten einen Blick in das Forum. Dort gibt es ein Thema, in dem es um den Kauf von Mimosen geht. Ihr könnt dort nachfragen ob jemand einen Händler in eurer Nähe kennt, oder falls ihr selber einen Händler kennt, könnt ihr das dort schreiben und anderen Mimosenfans damit helfen.
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