Der Name der Mimose (Mimose Pudica) kommt von "mimisch", da sie ihre Blätter bewegen kann, und von "schüchtern,
zurückziehend", was auf lateinisch "pudica" heißt. Die Mimose fasziniert die Menschen schon seit sehr langer Zeit. Bereits
vor über 2000 Jahren wurden Pflanzen beschrieben, die auf Berührung mit Bewegung reagierten. Bis zum 19. Jahrhundert
wurde vermutet, die Mimose besitze Muskeln und Nerven wie Tiere. Erst zu dieser Zeit wurden genauere Untersuchungen
angestellt, bei denen das Phänomen des Druckabfalls in der Pflanze entdeckt wurde.
Die Mimose gehört zur Familie der Schmetterlingsblüher (Leguminosae) und stammt ursprünglich
aus dem tropischen Teil von Südamerika. Eigentlich ist sie eine mehrjährige Pflanze, sie wird aber als Zimmerpflanze
oft als einjährig gehalten. Als Zimmerpflanze ist sie vor allem deshalb beliebt, da sie auf äußere Reize, wie
z.B. Berührung, mit dem Zusammenklappen der Blätter reagiert. Das Zusammenklappen geschieht sehr schnell, ist aber abhängig
von der Stärke des Reizes. Zum Wiederaufrichten der paarweise angeordneten Fiederblätter braucht die Mimose ungefähr 20-30
Minuten. In manchen Fällen
klappen nicht nur die Blätter zusammen sondern der gesamte Zweig klappt nach unten weg. Für das Zusammenklappen der Blätter
sind keine starken Reize nötig, bereits starker Wind kann diese Reaktion ausgelösen. Nicht die gesamte Pflanze reagiert
auf einen Reiz, nur die Gegend, in der der Reiz aufgetreten ist, reagiert mit Zusammenklappen. Aufgrund dieses
Verhaltens hat die Mimose verschiedene Spitznamen wie "Berühr-mich-nicht" erhalten. Die Mimose nimmt auch nachts die
Stellung mit den eingeklappten Blättern ein, sie hat also einen Wach- und Schlafzyklus.
Alle Teile der Mimose sind mehr oder weniger giftig, man sollte sie daher nicht verzehren.
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Die Mimose bildet lange Stiele mit eher wenig Blättern, sie kann eine Höhe von bis zu 0,5 Meter erreichen. Die Zweige
der Mimose besitzen kleine Dornen. Die Blüten der Mimose sind kugelförmig mit einem festen Kern und
mehreren davon abgehenden Härchen. Man kann sie am ehesten mit einer Pusteblume vergleichen. Der Kern hat eine gelbe Farbe,
die Härchen sind dagegen lila. Die Mimose blüht nur sehr kurz, nach einem tag ist eine Blüte bereits wieder verblüht. Da
jedoch sehr schnell neue Blüten aufgehen, hat man in der Blütephase fast jeden Tag eine oder mehrere schöne Blüten an der
Pflanze. Am Abend bevor sich eine Blüte öffnet, kann man bereits eine Verfärbung der bis dahin grünen Knospe feststellen.
Im Laufe der Nacht bilden sich dann die Härchen aus und am nächsten Morgen blüht die Knospe dann.
Bei guter Pflege können Mimosen sehr groß werden, die hier gezeigte Mimose hat derzeit eine Höhe von 2,75m.
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Die Beweglichkeit der Mimosen hängt mit dem sogenannten "Turgordruck" zusammen. Unter Turgordruck versteht man den Druck
auf die Zellwand, der durch aus der Umgebung angesaugtes Wasser verursacht wird. Eine wichtige Eigenschaft von
Turgorbewegungen ist, dass sie reversibel sind. Durch Veränderungen im Turgordruck, die durch äußere Reize wie Berührung
ausgelöst werden, ist die Pflanze in der Lage die Bewegungen auszuführen. Wie dies abläuft, ist bis heute jedoch
noch nicht im Detail erforscht worden. Man weiß aber, dass es nach einem Reiz zu einer Veränderung der Permeabilität der
Zellwand in
bestimmten Zellen kommt, was im Zusammenhang mit einer erhöhten Biegsamkeit der Zellwände und einer Verringerung des
Turgordrucks der Pflanze die Bewegung ermöglicht. Hat ein Teil der Pflanze einen Reiz empfangen, kann dieser an benachbarte
Teile weitergeleitet werden. Dies geschieht vermutlich über Änderungen des elektrischen Potentials und eventuell auch
über einen noch nicht identifizierten chemischen Transmitter. Zur Begründung der Beweglichkeit der Mimose gibt es
verschiedene Erklärungen. Durch das Zusammenklappen der Blätter wird die Wärme- und Wasserabgabe der Pflanze reduziert,
was in Stresszeiten von Vorteil sein kann. Die zusammengeklappten Blätter wirken außerdem auf Fressfeinde weniger attraktiv
als die vollständig ausgebreiteten Blätter.
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Details zur Bewegung
Für den folgenden Text sollten gewisse biologische Vorkenntnisse vorhanden sein.
Beim Berühren einer Mimose klappen die Blätter zusammen. Dieses Zusammenklappen beginnt an der Berührungsstelle und setzt
sich dann entlang des Blattes fort. Die einzelnen Gelenke klappen nach und nach ein. Bei der Reaktion sind zwei Punkte
wichtig: sie verläuft nach der Alles-oder-Nichts-Regel und sie ist reversibel. Aus diesen Beobachtungen ergibt sich die
Notwendigkeit einer Erregungsweiterleitung im Blatt. Bei Eukaryoten kennt man das Prinzip der Reizweiterleitung gut, es
beruht dort auf Depolarisierungen der Axone, wodurch eine schnelle und gerichtete Weiterleitung ermöglicht wird. Bei der
Mimose gibt es Anhaltspunkte, dass auch hier eine Reizweiterleitung durch Membrandepolarisierungen stattfindet.
Das sogenannte Membranpotential entsteht dadurch, dass aufgrund der Semipermeabilität der Membran sich an der Außen- und
Innenseite der Membran Ionen verschiedener Ladungen anordnen. Dadurch entsteht ein Potential zwischen der Innen- und der
Außenseite. Kommt es zu einem Reiz, so wird die Membran kurzfristig durchlässiger für bestimmte Ionen. Das Potential bricht
zusammen. Danach folgt eine Erhöhung des Potentials durch Kationenausstrom (Aktionspotential). Die Depolarisation
setzt sich entlang der Membran fort. Nach dem Aktionspotential wird erneut das Ruhepotential aufgebaut und der
Membranabschnitt ist wieder bereit Signale weiterzuleiten. Bis das Ruhepotential erreicht ist, spricht man
von der Refraktärphase. In dieser Phase kann ein Reiz nicht weitergeleitet werden, da das
Ruhepotential noch nicht wieder aufgebaut wurde. Dies stellt die lineare Ausbreitung eines Reizes sicher. Würde es keine
Refraktärphase geben, so würde sich das Signal in verschiedene Richtungen ausbreiten.
Die Reizauslösung bei Mimosen kann man außer durch Berührung auch durch einen elektrischen Reiz durchführen. Dies ist
ein deutlicher Hinweis darauf, dass die Reizweiterleitung elektrisch erfolgt. Es konnte aber auch ein chemischer Stoff
isoliert werden, der durch einen Transpirationsstrom verbreitet wird und auch die Gelenke erreicht. Die chemische
Reizweiterleitung ist von Vorteil, wenn elektrische Wiedrstände auftreten, z.B. in Gelenken. Die elektrische
Reizweiterleitung dagegen ist deutlich schneller als die chemische.
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Im Handel bekommt man meistens nur Samen, keine Pflanzen. Ich vermute der Grund dafür ist die Empfindlichkeit der
Mimosen, die wohl die meiste Zeit zusammengeklappt wären. Manchmal hat man aber doch Glück und muss die
Pflanzen nicht erst aussäen. Wer auf der Suche nach Mimosen ist, wirft am besten einen Blick in das
Forum. Dort gibt es ein Thema, in dem es um den Kauf von
Mimosen geht. Ihr könnt dort nachfragen ob jemand einen Händler in eurer Nähe kennt, oder falls ihr selber einen Händler
kennt, könnt ihr das dort schreiben und anderen Mimosenfans damit helfen.
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